Informationen für Betroffene

Psychische Gesundheit ist leider nicht immer selbstverständlich. Wir alle gehen durch Höhen und Tiefen im Leben. Manchmal sind diese Tiefen extrem belastend und es erscheint schwer möglich oder sogar unmöglich, alleine dort wieder hinaus zu kommen. Dann liegen meist psychische Probleme oder Erkrankungen vor. Manche Menschen entwickeln Ängste oder Zwänge, während andere an einer Depressionen oder eine Schizophrenie erkranken. Allen psychischen Erkrankungen ist gemein, dass die Betroffenen leiden und ihren Alltag nicht mehr so meistern können, wie sie es wollen oder wie sie es zuvor konnten. Dies kann sich dann z.B. darin zeigen, dass jemand zu müde ist, sich auf die Arbeit zu konzentrieren oder dass jemand immer seltener zu Treffen mit Freunden kommt.
Ausführlichere Informationen, was eine psychische Erkrankung ist und wie sie entstehen, finden Sie hier.

Bei körperlichen Erkrankungen ist die*der Ansprechpartner*in klar, - wir gehen zum Arzt.
Bei psychischen Erkrankungen erscheint die Hürde oft größer, da diese häufig weniger bekannt sind. So zweifeln Personen häufig länger bevor Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Dabei ist das häufig nicht gut! Je länger wir damit warten, uns Hilfe zu suchen, desto schlimmer und chronischer kann die psychische Erkrankung werden und desto schwieriger wird die Heilung. Deswegen sollten Sie sich Hilfe suchen, sobald Sie spüren, dass es Ihnen nicht gut geht. 
Wenn Sie auch bei sich ein Tief bemerken, erhalten Sie nachfolgend ein paar Informationen, wie Sie sich helfen können.

An wen kann ich mich wenden?

Die erste Anlaufstelle können vertraute Personen sein, beispielsweise Familienmitglieder oder Freunde. Oft kann es bereits heilsam sein, über Gefühle und Gedanken mit jemanden zu reden, der einen versteht und gut kennt. Doch nicht immer ist das möglich oder wir spüren, dass wir einen anderen professionellen Ansprechpartner benötigen.
Zuerst kann man sich wie bei körperlichen Erkrankungen an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Ärzte können psychische Erkrankungen erkennen und somit die ersten Schritte in Richtung Therapie einleiten.
Auch kann man sich an psychosoziale Beratungsstellen wenden. Häufig sind diese spezialisiert auf eine bestimmte Gruppe von psychischen Erkrankungen oder Problemen, zum Beispiel Sucht- oder Familienberatungen. Eine Reihe von Anlaufstellen für verschiedene Bereiche finden Sie hier.
Sie können sich auch an eine psychotherapeutische oder psychiatrische Praxis direkt wenden. Wie das geht, finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Psychotherapie...

Wie und wo bekommt man einen Termin?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
Sie können sich direkt, ohne Überweisung, an einen*eine Psychotherapeut*in Ihrer Wahl wenden, um einen Termin zu vereinbaren. Bei der Krankenkasse erhalten Sie die Kontaktdaten von Psychotherapeut*innen in Ihrer Nähe.
Die Wartezeiten können einige Wochen bis Monate dauern. Um die Chance auf einen Therapieplatz zu erhöhen, empfiehlt die Bundespsychotherapeutenkammer mindestens 3 bis 5 Psychotherapeut*innen anzurufen und sich auf deren Warteliste setzen zu lassen.
Wenn Sie bei einem*einer Psychotherapeut*in keinen Termin bekommen können, dann kontaktieren Sie bitte die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung. Dort erhalten Sie dann einen Termin bei einem*einer Psychotherapeut*in, deutschlandweit telefonisch unter: 11 61 17 oder online über die Internetseite: https://www.kvmv.de/startseite/
Wenn dringend ein Therapieplatz benötigt wird, darf die Wartezeit bis zum Termin maximal zwei Wochen betragen. Wenn die Servicestelle keinen Termin vergeben kann, muss sie Ihnen einen Behandlungstermin in einem Krankenhaus geben.

Ausführlichere Informationen wie Sie einen Therapieplatz finden mit einer guten Visualisierung der einzelnen Schritte finden Sie hier.

Soforthilfe...

für psychische Notfälle, Krisen, lebensmüde Gedanken und Impulse:

In einer solchen Situation gibt es die Möglichkeit, den Notarzt 112 zu rufen, der eine akute pharmakologische Versorgung und gegebenenfalls die Einweisung in eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie einleiten kann. Zudem gibt es die Möglichkeit einer Notfall- Aufnahme in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
In einer Krise, ohne akute Selbst- oder Fremdgefährdung, kann auch der sozialpsychiatrische Dienst, der*die behandelnde Ärzt*in oder Psychotherapeut*in kontaktiert werden. Auch die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr und kostenfrei unter 0800-111 0111 oder 0800-111 0 222 erreichbar.