Die Arbeitsgruppe „Methoden & Gesundheitsmonitoring“ beschäftigt sich mit den Determinanten, Potenzialen und Auswirkungen des Einsatzes von Anwendungen des personenbezogenen Gesundheits-Monitoring. Im Mittelpunkt stehen dabei die Implikationen von Selbst-Anwendungen zur Erfassung gesundheitsrelevanter Daten (Selbstberichte, Selbsttests, Selbstmonitoring) für Forschung und Praxis. Dies erfordert einen interdisziplinären Forschungsansatz und bezieht sich insbesondere auf folgende Forschungsschwerpunkte:

  • Methodeneinsatz: Einsatz von Monitoringanwendungen als Methoden zur Erfassung von gesundheitsbezogenen Indikatoren (Selbstberichte, Vitalparameter) über mobile Endgeräte im Alltag (Ambulantes Assessment, mHealth-Anwendungen)
  • Instrumentenentwicklung: Entwicklung, Adaptierung und Prüfung von gesundheitsbezogenen Indikatoren für Surveystudien, diagnostische Zwecke und Outcome-Assessment (Lebensqualität, Wohlbefinden)
  • Gesundheitserfassung: Analyse der Korrelate von Selbstberichtsdaten sowie der Auswirkungen von Gesundheitsmonitoring auf andere gesundheitsrelevante Einstellungen, Konstrukte und Indikatoren (Rumination, Aufmerksamkeit)
  • Wohlbefindensforschung: Anwendung des Ambulanten Assessment zur Erforschung der Zusammenhänge von momentaner Befindlichkeit und gesundheitsbezogenen Mikrostressoren des Alltags sowie dem Einfluss von Situations- und Umweltfaktoren auf diese Beziehung
  • Nutzungsverhalten: Forschung zur Nutzungshäufigkeit und -intention von Selbst-Anwendungen sowie zu den Determinanten, dem Erleben und den Auswirkungen von Selbst-Anwendungen
  • Technikfolgenabschätzung: Individuelle, soziale und gesellschaftliche Aspekte von Selbst-Anwendungen zur Erfassung gesundheitsrelevanter Daten i.S. einer interdisziplinären Technikfolgenabschätzung (Health Technology Assessment)

Promotionsstipendien

  • Das Potential von Verhaltensdaten als Indikatoren des Wohlbefindens im Kindesalter – ein intensives Längsschnittstudiendesign im naturalistischen Setting. Stipendiatin: Marie Bischoff
  • Gesundheitsbezogene daily hassles und Befindlichkeit im Alltag. Stipendiat: Tim Rostalski
  • Psychometrische und konzeptuelle Analyse von patientenorientierten, gesundheitspsychologischen Konstrukten bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen in entwicklungsbezogener Perspektive. Stipendiatin: Henriette Markwart

Drittmittelprojekte

TELE-QOL

Settingsensitive Konzeptualisierung und Erfassung der Lebens­qualität in der telemedizinischen Versorgung (TELE-QOL)

gefördert durch den Innovationausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss

 

Hauptziel

Existierende LQ-Verfahren bilden die gesundheitsbezogene LQ verschiedener Erkrankungen ab, beinhalten aber kaum Aspekte, die sensitiv für die Beeinflussung durch TM-Anwendungen sind (z.B. Erhöhung der erlebten Sicherheit und subjektiven Kontrolle). Konzeptualisierung und Entwicklung eines Instruments zur Erfassung dieser Komponenten sind Hauptziele des Projekts. Es wird erwartet, dass generische und spezifische Aspekte der LQ in TM-Settings existieren.

 

Spezifische Ziele

  1. Konzeptuelle Analyse und Exploration der LQ im TM-Setting
  2. Identifizierung von „Lücken“ zwischen intendierten Outcomes (Zielkriterien) und eingesetzten Assess­ments (Messinstrumente) bezogen auf Einfluss von TM auf LQ
  3. Entwicklung eines Bezugsmodells für eine konzeptuelle Erweiterung der LQ im Kontext von TM-Anwendungen
  4. Konstruktion eines settingsensitiven Instrumentes zur Erfassung von LQ im Versorgungssetting TM
  5. Prüfung eines Rahmenmodells von LQ im Kontext von TM
  6. Anwendung und Testung (Pilotierung und Validierung) eines settingsensitiven Instruments zur Erfassung von LQ im TM-Setting
  7. Ableitung von Empfehlungen für die Erfassung von LQ und weiterer patientenberichteter Outcome- und Erlebens-Maße („patient-reported outcome/experience measures“, PROM’s/PREM’s) bei Versorgungsansätzen mit TM
M-Health

„M-Health“-Anwendungen als Medien der Wissenstransfers: Ambivalenzen der Veralltäglichung biomedizinischer Praktiken und Wissensformen

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) - FKZ 01 GP 1310
Laufzeit: 11/2014 - 04/2017

„M-Health" (Mobile Health) bezeichnet in der Regel den Einsatz von mobilen Endgeräten für kommunikations-, informations- und wissensbasierte Anwendungen zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention. Für deren Umsetzung werden krankheitspräventive und gesundheitsförderlich relevante Informationen und die ambulante Erfassung von selbstberichteten Indikatoren und sensorgestützt erfassten Parametern genutzt. Aufgrund der großen Verbreitung mobiler Endgeräte, der hohen Diversifizierung der Anwendungen und der „Niedrigschwelligkeit" des Einsatzes ist deren potenzielle Reichweite als sehr hoch zu beurteilen. Das Forschungsvorhaben soll "M-Health”-Anwendungen mit Blick auf deren gesellschaftliche, soziale und personale Implikationen analysieren. Besonders soll jenen Ambivalenzen nachgegangen werden, die ein Einsatz von „M-Health"-Anwendungen als Medien des Wissenstransfers zwischen Lebens-/ Gesundheitswissenschaften und Anwendern hervorbringt. Diese Ambivalenzen beziehen sich vor allem auf Wert- und Zielkonflikte sowie auf die Abwägung von Chancen und Risiken. Dabei ist der Fokus auf Anwendungen zur individuellen Gesundheitsvorsorge gerichtet.
Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt auf Grundlage eines multi-methodalen Forschungsdesigns, das die Anwendung konzeptuell-theoretischer Analysen, qualitativer Ansätze und quantitativer Methoden vereint. Konzeptuell-theoretische Arbeiten sind projektüberdauernd angelegt und zielen auf die Kontextualisierung von M-Health und die vergleichende Analyse unterschiedlicher (divergierender) theoretischer Konzeptionen.Der erste empirische Studienabschnitt verfolgt eine explorative Strategie für ein "breites" Feldverständnis und beinhaltet die qualitative Analyse von Produktbeschreibungen und Befragungen von Expertengruppen und (potenziellen) Nutzern. Ein zweiter Studienabschnitt verfolgt eine hypothesengeleitete Strategie für ein vertieftes Verständnis, unter anderem unter Anwendung quasiexperimenteller Ansätze (faktorieller Survey, Feldexperiment).

DIA_LOC

Portable diagnostische „lab-on-a-chip“-Systeme (LOC‘s) im Gesundheitswesen und in Konsumentenkontexten: Interdisziplinäre Analyse der Risiken und Möglichkeiten

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) - FKZ 01 GP 1005A
Laufzeit: 11/2010 - 10/2013

Gegenstand des Projektverbundes ist die interdisziplinäre Analyse der Einführung von portablen diagnostischen „lab-on-a-chip“-Systemen (LOC‘s) für Anwendungen im Gesundheitswesen und in gesundheitsbezogenen direct-to-consumer-Kontexten. Spezifische Fragestellungen zielen auf die Analyse der potenziellen Veränderung in Verhaltensmustern und Selbstwahrnehmungen von Professionellen und Anwendern, die Entkopplung von professioneller Rahmung bei direct-to-consumer-Anwendungen, die mögliche Entwicklung von neuen Gesundheitsexperten („Gesundheitsberatern“), die Potenziale der Einführung portabler diagnostischer LOC‘s für das Gesundheitswesen, die Risiken, die sich durch Fehler oder Sicherheitslücken ergeben, die mittelfristige technische Entwicklung, sowie grundsätzliche ethische und rechtliche Aspekte der Anwendung von portablen diagnostischen LOC‘s.

Das Projektverbund besteht aus vier Teilprojekten, die sich mit den Möglichkeiten und Risiken dieser Technologien aus jeweils rechtlicher, ethischer, epidemiologischer, psychosozialer und technischer Sicht beschäftigen.

  1. Psycho-soziale Aspekte der Anwendung von „lab-on-a-chip“-Systemen (LOC´s) im Gesundheitswesen und in Konsumentenkontexten
  2. Prospektive Analyse der technologischen Perspektive und der Ontologie von diagnostischen „lab-on-a-chip“-Systemen
  3. Analyse der Potentiale von tragbaren diagnostischen “lab-on-a-chip”-Systemen in der medizinischen Grundversorgung, Diskussion der Bedeutung und zukünftiger Nachfrage
  4. Rechtliche Aspekte von diagnostischen „lab-on-a-chip“-Systemen im Homecare-Bereich und Direct-to-Consumer-Einsatz

Die Ergebnisse des Projektverbundes sollen potenzielle Entscheidungsträger mit Informationen und Vorschlägen für einen ethischen und rechtlichen Rahmen ausstatten und über Möglichkeiten und Risiken des Einsatzes portabler diagnostischer LOC‘s informieren.

PHM-ethics

Personalized health monitoring (PHM) - Interdisciplinary research to analyse the relationship between ethics, law and psychosocial as well as medical sciences.

funded by the European Commission - grant agreement no. 230602
period: 09/2009 - 08/2012

The aim of the proposed collaborative research project is to scientifically conduct inter-disciplinary research to analyse the dependencies between ethics, law and bio-psychosocial sciences in personalized health monitoring (PHM) in relation to the major types and steps of this very dynamic part of IT-development from a European perspective. The objective is to develop a European approach to the combined regulation of ethical, philosophical, legal and bio-psychosocial constraints.

In the first project phase, the development of PHM will be reviewed to identify core steps that delineate major changes from an ethical, legal and psychosocial point of view. A taxonomy will be elaborated based on the research evidence in each of the disciplines, and interrela-tions will be documented into a “map”. This research will be situated at the research and development phase of new technologies, however also at the early application phase. PHM-Ethics aims at deriving such a dependencies map as a tool to improve product development and at the same time to address relevant non technical-issues just on time. PHM-Ethics aims at coordinating the management of ethical analyses of technical lifecycles on a European level nevertheless addressing national specialities. As a major step in this phase, the implementation of ethical constraints contained in EU and international instruments into the national laws or regulations of member states will be analysed and a comparative analysis to identify areas of convergence and divergence will be conducted. Furthermore, gaps in the legislation and ethical regulation will be identified. At the end of project phase 1, the taxonomy and dependencies map will be validated in an international expert workshop.

The aims of the second project phase are to develop and test an interdisciplinary methodology or a standardized operating procedure that allows assessing PHM technologies regarding their ethical, legal and psychosocial consequences on specific steps of the taxonomy. A project objective is to develop both an interdisciplinary as well as an interactive ethical methodology, hence it will be a result of the project. The methodology will be interdisciplinary, since it will contain an ethical-philosophical, legal as well as a biopsychosocial module, which are interlinked with each other. The methodology is interactive since it includes the perspective of stakeholders (patients and providers) in its development. The modules will be pilot- tested on a qualitative basis and validated in selected personal health monitoring applications at different stages of the taxonomy. Results of an empirical study will be analysed in terms of differences between development stages as well as the differential impact of culture, gender, age and socio-economic status.

The third project phase is related to the dissemination and exploitation of knowledge and research products, with regard to policy making and implementation of technological innovations. The proposed project aims at providing an interdisciplinary research methodology that will allow the study of future PHM applications on different levels of the taxonomy concerning their consequences to serve both internal and external dissemination purposes within the 7th framework. In project phase 3, political actions that address the European coordination of the programme will be initiated, also aiming at projecting the methodology that has been developed to other technological fields.

Themen für Qualifikationsarbeiten, Forschungspraktika und Projektmodul

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